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So, Jul

Feuer und Flamme für den Online-Handel: Der Heizungsdrache nutzt die Chancen der Digitalisierung

Frau Wendt ist Geschäftsführerin des Heizungsdrachen und nimmt in diesem Jahr am Förderprogramm „Unternehmerinnen der Zukunft“ teil.

SHK Unternehmen

Die Digitalisierung verändert das Einkaufsverhalten der meisten Kunden, sei es im privaten oder im professionellen Rahmen. Gerne dürfen Services schneller und kostengünstiger sein; gleichzeitig will niemand auf die gewohnte Qualität verzichten. Auch in der Heizungs- und Sanitärbranche hat die digitale Transformation längst Einzug gehalten – nun gilt es, ihre Chancen aktiv zu nutzen.

Besonders Wartungsartikel wie z.B. Öldüsen, Kesselbürsten oder Zündelelektroden sind beim Online-Einkauf beliebt.

Genau das war mein Ansatz, als ich im Sommer 2010, außerhalb der Heizungssaison, aus einem Impuls heraus einige Produkte aus meinem väterlichen Heizungs- und Sanitärbetrieb online stellte – und überrascht feststellte, dass im Internet tatsächlich eine beachtliche Nachfrage nach unseren Thermostaten, Heizungspumpen und anderen Zubehörartikeln besteht. 2014 habe ich dann die Firma Heizungsdrache gegründet und angefangen, über verschiedene Online-Kanäle unsere Artikel aus den Bereichen Heizung, Installation, Sanitär und Feuerungstechnik zu verkaufen. Mein Team und ich wollten einen digitalen Versandhandel mit zuverlässiger Logistik schaffen, der zum einen für versierte Privatanwender oder Handwerker Spezialartikel anbietet, die im gewöhnlichen Baumarkt schlicht nicht verfügbar sind, und zum anderen eine Anlaufstelle für umfassende Beratung darstellt.

Während des Förderprogramms „Unternehmerinnen der Zukunft“ wurde der Heizungsdrache von der E-Commerce Expertin Julia Tschawdarow in Marketing und Social Media-Fragen tatkräftig unterstützt.

Mehr Kunden online erreichen
Tatsächlich erreichen wir online ein wesentlich breiteres Publikum als es mit unserem Standort im ländlichen Rangendingen, einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg, über den stationären Verkauf möglich gewesen wäre. Heute werden deutschlandweit Kunden auf uns aufmerksam – zum Teil bis ins benachbarte Ausland. Gerade spezielle Artikel wie Steuergeräte für den Brenner, Öldüsen, Ölpumpen, Zündelektroden oder Kesselbürsten sind oftmals nicht im lokalen Baumarkt vor Ort erhältlich. Online hingegen finden Kunden, die sich auskennen und selbst Hand anlegen wollen, das richtige Material – und bequem ist es auch.

Ohne Expertise und Qualitätsgarantien? Keine Chance!
Gleichzeitig bestehen viele Parallelen zum stationären Betrieb: Denn ohne Expertise und Qualitätsgarantien kommt man auch im Internet nicht weit! Dass unser Unternehmen dank der vorherigen Arbeit im väterlichen Handwerksbetrieb auf beachtliches Know-How in der Branche zurückblicken kann, das wissen und schätzen unsere Kunden – denn wir können sie ausführlich und umfassend beraten. Und die Erfahrung hilft uns auch, wenn es um die Qualität unserer Produkte geht – so bieten wir zum Beispiel ausschließlich hochwertige Markenware an. Spezialisierung und höchste Qualitätsansprüche an Material und Service – das sind Erfolgsfaktoren für den Online-Handel.

Das neue digitale Warenwirtschaftssystem vereinfacht das Management von Bestellungen und den Versand der Produkte maßgeblich.

Unterstützung bei der Professionalisierung des Online-Shops
Wachstum durch Digitalisierung bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Wie kann der eigene Online-Shop professionalisiert werden? Welche anderen Vertriebskanäle, welche Online-Marktplätze sind sinnvoll zu nutzen und wie kann man das Geschäft skalieren? Alleine hierfür Antworten zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Deshalb habe ich mich Ende 2017 bei der Initiative „Unternehmerinnen der Zukunft“ beworben.

Das Programm, eine Digital-Initiative vom Verband Deutscher Unternehmerinnen, Global Digital Women und Amazon, ist in diesem Jahr in die zweite Runde gegangen und bietet Experten-Coaching, Trainings in allen relevanten Bereichen des E-Commerce sowie ein Netzwerk von Unternehmerinnen, die in der gleichen Situation sind – was besonders in einem traditionell eher Männer-dominierten Umfeld wie der Heizungs- und Sanitärbranche ein großer Vorteil ist. Jede Teilnehmerin wird durch einen persönlichen Coach betreut – in unserem Fall Julia Tschawdarow von RatePAY, die uns vor allem bei der Professionalisierung unser Marketing- und Social Media-Aktivitäten unterstützte. Im Rahmen des Programms haben wir außerdem begonnen, ein eigenes Warenwirtschaftssystem einzuführen. So laufen nun viele Prozesse automatisiert ab, die wir zuvor manuell steuern mussten. Artikel werden synchron über die einzelnen Vertriebskanäle online angeboten. Das gibt uns mehr Zeit und Kapazitäten für das Kerngeschäft: Die professionelle Beratung, Artikel-Pflege und den Kundenkontakt.

Geschäftsmodelle der Zukunft
Von den Coaches und Teilnehmerinnen von „Unternehmerinnen der Zukunft“ haben wir gelernt: Die Digitalisierung ist nicht nur Herausforderung, sondern bietet viele spannende Chancen. Heizungsdrache ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich das Know-How aus Traditionsunternehmen der Heizungs- und Sanitärbranche erfolgreich in ein Geschäftsmodell für die Zukunft transformieren lässt.

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